Lohnt sich der Mauna Kea?
Eine berechtigte Frage, bevor man einen ganzen Abend und echte körperliche Anstrengung in einen Berg investiert, von dem die meisten Urlauber vor ihrer Hawaii-Reise noch nie gehört haben.

Lohnt sich der Mauna Kea?
Für die meisten Besucher ja: Über den Wolken bei Sonnenuntergang zu stehen und einen der klarsten Nachthimmel der Erde zu erleben, ist ein wirklich seltenes Erlebnis, kein übertriebenes Versprechen. Die ehrlichen Einschränkungen sind die Höhe, die Kälte und das Wetter, das den Gipfelzugang kurzfristig sperren kann.

Was den Maunakea so besonders macht, ist nicht nur die Höhe, sondern was diese mit dem Himmel anstellt. In 13.796 Fuß, oberhalb von etwa 40 % der Atmosphäre und oft komplett über der Wolkendecke, ist die Luft so trocken und ruhig, dass die weltweite Astronomie-Gemeinschaft hier einige ihrer wichtigsten Observatorien errichtete. Ein Teleskop braucht man nicht, um den Unterschied zu bemerken: eine klare Nacht auf dem Maunakea sieht mit bloßem Auge anders aus als irgendwo auf Meereshöhe. Unsere Mauna-Kea-Sonnenuntergangs- und Sterngucker-Tour am Gipfel nutzt genau dieses Zeitfenster: Sonnenuntergang über den Wolken, gefolgt von einer geführten Betrachtung des Nachthimmels.
Kann man den Aufstieg ohne Tour machen?
Ja, wenn Sie ein geländegängiges Fahrzeug für die unbefestigte Gipfelstraße besitzen und bereit sind, Akklimatisierung und Timing selbst zu organisieren. Eine geführte Tour nimmt Ihnen das Fahrrisiko, die Zeitplanung und bietet meist Teleskope sowie Fachwissen, das eine selbst organisierte Tour nicht hat.

Die Straße zur Visitor Information Station auf 9.200 Fuß ist asphaltiert und mit einem normalen Mietwagen befahrbar. Darüber hinaus wird sie unbefestigt, steil und holprig, und ein Geländewagen ist Pflicht, nicht nur empfehlenswert. Der Zugang zum Gipfel ist zudem auf ein Zeitfenster von 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang beschränkt. Ein Abendbesuch erfordert daher eine präzise Zeitplanung für die Auffahrt, statt einfach dann zu kommen, wann es einem passt.
| Selbst organisieren | Geführte Tour | |
|---|---|---|
| Fahrzeug | Eigenes 4WD-Fahrzeug ab der Besucherstation nötig | Wird gestellt |
| Akklimatisierungsstopp | Selbst an der Besucherstation organisieren | Im Programm enthalten |
| Ausrüstung für Sternenbeobachtung | Selbst mitbringen | Meist inklusive, mit fachkundiger Anleitung |
| Timing und Wetterentscheidungen | Ihre Verantwortung | Vom Anbieter übernommen, der dies täglich durchführt |
Wie wirkt sich die Höhe aus?
Auf dem Gipfel herrscht etwa 40 % weniger Sauerstoff als auf Meereshöhe, und die meisten Besucher kommen innerhalb von zwei Stunden von einem warmen Strand hierher, der Körper hat kaum Zeit, sich anzupassen. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Atemnot sind selbst bei gesunden, fitten Reisenden keine Seltenheit.
Die offizielle Empfehlung, gestützt von den Observatorien auf dem Berg und detailliert auf der Sicherheitsseite des Maunakea beschrieben, lautet: Machen Sie einen Halt und gewöhnen Sie sich mindestens 30 Minuten lang an die Höhe in der Besucherinformationsstation, bevor Sie weiter zum Gipfel fahren. Aufgrund der Gefahren durch Höhenkrankheit sollten Schwangere, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Kinder unter 13 Jahren die Besucherstation nicht verlassen. Es handelt sich dabei nicht um eine Formalität, sondern um ein reales physiologisches Risiko, das ein Aussichtspunkt weiter unten am Berg nicht birgt.
Lässt sich das Wetter planen?
Nicht immer, das ist der ehrliche Kompromiss eines so exponierten Gipfels. Klare Nächte bieten ein Erlebnis, das kaum ein anderer Ort auf der Erde übertrifft, doch Wolken, starke Winde oder im Winter Schnee und Eis können die Zufahrt zum Gipfel kurzfristig sperren.
Einer der stärksten Gründe für eine geführte Tour statt eines eigenen Versuchs: Die Anbieter beobachten die Bedingungen täglich und entscheiden mit weit mehr Informationen, als ein Besucher hat, der am Nachmittag zum ersten Mal eine Wetter-App checkt. Falls der Gipfel gesperrt ist, bietet eine gut organisierte Mauna-Kea-Tour trotzdem eine lohnende Sternenbeobachtung weiter unten am Berg, statt den Abend einfach abzusagen. Unser Ratgeber zur besten Reisezeit für Hilo erklärt die allgemeinen saisonalen Wetterbedingungen, falls Sie noch entscheiden, in welcher Woche Ihrer Reise Sie auf eine klare Gipfelnacht setzen möchten.
Ist der Mauna Kea wirklich höher als der Everest?
Gemessen von seinem eigentlichen Fuß am Meeresboden ist der Maunakea höher als der Mount Everest: etwa 33.500 Fuß von der Basis bis zum Gipfel, verglichen mit den rund 29.032 Fuß des Everest über dem Meeresspiegel. Misst man auf herkömmliche Weise vom Meeresspiegel bis zum Gipfel, ist der Maunakea mit 13.796 Fuß deutlich niedriger.
Beide Angaben sind korrekt und beantworten leicht unterschiedliche Fragen, deshalb taucht der Vergleich immer wieder auf. Der Großteil der Höhe des Maunakea liegt einfach unter Wasser, aufgebaut vom Meeresboden über eine sehr lange vulkanische Geschichte. Gemessen an der Gesamtmasse und der Höhe von der Basis bis zum Gipfel ist er ein wahrhaft gewaltiger Berg; nur entspricht diese Zahl nicht dem, was die meisten meinen, wenn sie nach der Höhe eines Berges fragen. Falls Sie eher die Geologie als die Aussicht vom Gipfel interessiert, finden Sie in unserem Ratgeber zu den besten Vulkan-Touren die aktiven Seiten der vulkanischen Geschichte der Insel.